Kunst und Natur gemeinsam genießen
Osterburken. An einem sonnigen Tag aufs Fahrrad steigen und einfach mal losradeln: Entlang des Weges gibt es zum Beispiel geschwungene Kunstobjekte, eine Gerüstkonstruktion, Figuren, die an Eisbären erinnern, und die „Chillenden Enten“. Seit 2006 verläuft der Skulpturenradweg durch den Odenwald und das Bauland. Die 77 Kilometer lange Route verbindet Adelsheim, Buchen, Osterburken, Ravenstein, Rosenberg und Seckach und führt an 25 Skulpturen vorbei.
„Das 20-jährige Bestehen des Fahrradweges ist Grund zur Freude“, sagte Jürgen Galm, Bürgermeister von Osterburken, in einem Pressegespräch am Mittwoch. Die Verbindung zwischen Natur und Kunst sei etwas Besonderes in der Region, betonte er. Es sei damals eines der ersten Projekte dieser Art im Land gewesen. Die Bürgermeister Thomas Ludwig, Ralf Killian und Ralph Matousek vom Zweckverband Regionaler Industriepark Osterburken (RIO) waren sich einig, dass die Skulpturen ein Hingucker seien.
Anstelle einer zentralen Feier erstreckt sich das Jubiläum über den Sommer und wird in sechs Programmpunkte eingebettet, die an bestehende Feste in der Region anknüpfen, etwa den Pfingstmarkt in Merchingen oder das Vorsommerfest in Buchen. Los geht es am 1. Mai auf dem Maifest in Zimmern.
Marlies Ebel-Walz vom RIO sagte, es sei toll, dass Vereine und Institutionen in den RIO-Gemeinden sowie in Buchen dem Zweckverband die Möglichkeit gäben, sich mit dem Skulpturenradweg an den Feierlichkeiten zu beteiligen. Davon verspreche sie sich zusätzlichen Andrang bei den jeweiligen Anlässen.
Persönliche Gespräche mit den Künstlern sind geplant
Der Zweckverband bietet bei den Terminen ein vielfältiges Programm für Kinder, Sportliche und Kunstbegeisterte an. Neben Radtouren zu den Kunststationen ist auch ein Quiz ausgearbeitet worden. Es bestehe zudem die Gelegenheit, mit dem einen oder anderen Künstler ins Gespräch zu kommen und nach den Hintergründen der Werke zu fragen – etwa, warum in Merchingen ein Gerüst als Objekt aufgestellt worden sei oder welche Idee hinter den Eisbären stecke, informierte Ebel-Walz. Spannend sei auch, was aus den Künstlern geworden ist. Viele der Werke wurden von Studenten angefertigt. Angefangen hatte das Projekt 2005 mit einem Wettbewerb an den Staatlichen Akademien der Bildenden Künste Karlsruhe und Stuttgart sowie an der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle. Mit verschiedenen Angeboten wirkt auch Johanna Huber von der Kunstwerkstatt Bauland mit. Sie ist Kooperationspartnerin des Skulpturenradwegs. Weitere Ideen wären etwa ein Bobby-Car-Wettrennen am Werk „Manta“ in Rosenberg.
„Das 20-jährige Jubiläum biete eine gute Gelegenheit, den Skulpturenradweg neu auszurichten und ihn langfristig als wichtigen Bestandteil der regionalen Entwicklung zu stärken“, betonte Ebel-Walz. Dafür wurde die Website weiterentwickelt und der Social-Media-Auftritt gestärkt. Die Grundidee des Radwegs habe darin bestanden, den Tourismus anzukurbeln, die Naherholung aufzuwerten und das Gemeinschaftsgefühl in der RIO-Region zu stärken. Die Verbindung von Naturerlebnis und Radfahren sei nach wie vor ein gutes Konzept. „Es gleicht einem Museum unter freiem Himmel, in dem Kultur und Natur aufeinandertreffen“, meinte sie.
Radweg soll über die Region hinaus bekannt werden
Die bisherigen Erfahrungen machten jedoch deutlich, dass noch nicht alle Potenziale ausgeschöpft würden, erläuterte Ebel-Walz. Vor allem beim Angebot an Unterkünften und Verpflegung für Besucher gebe es weiterhin Nachholbedarf. Gleichzeitig hätten sich die Rahmenbedingungen spürbar verbessert: Der Radtourismus nehme weiter zu, insbesondere durch E-Bikes. Ein weiterer Pluspunkt sei die Anbindung an regionale und überregionale Radwege. Auch seien zunehmend mehr Menschen zu Fuß in der Natur unterwegs. Ziel sei es, den Skulpturenradweg zu einer attraktiven Erlebnisroute auszubauen, die auch über die Region hinaus bekannt werde.
Dafür müssen die Wege in einem guten Zustand sein. In den vergangenen Jahren wurde dafür Geld in die Hand genommen. Derzeit werde der Radweg im Zuge der Flurbereinigung zwischen Osterburken und Adelsheim sowie in Richtung Sennfeld instandgesetzt, sagte Bürgermeister Galm. Die Arbeiten sollen bis zum 30. Juni abgeschlossen sein. Er hoffe auf eine planmäßige Fertigstellung. Die Bauhöfe der Gemeinden würden bei der Pflege der Wege eine große Rolle spielen, fügte Ebel-Walz hinzu. Entlang der Strecke gibt es zudem Lade- und Reparaturstationen.