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Stefan Rohrer besucht seine "Manta"-Skulptur

Zeitgenössische Kunst hautnah erleben – Kinder interviewen den Künstler, kreative Mitmachaktionen und Ausstellung begeistern Besucher

Ein besonderer Höhepunkt der Veranstaltungsreihe zum 20-jährigen Jubiläum des Skulpturenradwegs erwartet die Besucherinnen und Besucher am Samstag, 25. Juli: Der renommierte Stuttgarter Bildhauer Stefan Rohrer besucht seine Skulptur „Manta“ in Bronnacker und gestaltet gemeinsam mit Johanna Huber von der Kunstwerkstatt Bauland einen Nachmittag, an dem Kunst zum Erlebnis für die ganze Familie wird.

Stefan Rohrer und Johanna Huber Die markante „Manta“-Skulptur zählt zu den bekanntesten Kunstwerken entlang des Skulpturenradwegs. Ab 13.30 Uhr standen Stefan Rohrer und Johanna Huber direkt am Kunstwerk für Gespräche, kreative Aktionen und spannende Begegnungen bereit.

Den Auftakt bildete ein besonderes Interview: Kinder schlüpften in die Rolle von Reporterinnen und Reportern und stellten dem Künstler neugierige Fragen zu seinem Beruf und seiner Kunst. Dabei wollten sie unter anderem wissen: „Wolltest du schon immer Künstler werden?", „Muss ein Künstler fleißig sein?", „Warum sind Autos deine Motive?" und „Wie sieht deine Werkstatt aus?". Mit viel Geduld und Humor beantwortete Stefan Rohrer die Fragen und gewährte den jungen Zuhörerinnen und Zuhörern einen spannenden Einblick in seinen künstlerischen Alltag. Dabei wurde deutlich, wie wichtig Neugier, Ausdauer und Kreativität für seine Arbeit sind.

Im Anschluss hatte Johanna Huber von der Kunstwerkstatt Bauland ein abwechslungsreiches Kreativprogramm vorbereitet. Inspiriert von Rohrers Skulptur gestalteten die Kinder Buttons mit einem Manta-Rochen-Motiv. Ein ganz besonderes Andenken entstand, als Stefan Rohrer die selbst gestalteten Buttons persönlich signierte – eine Erinnerung, die bei den Gästen für große Begeisterung sorgte.

Bereits im Vorfeld hatten sich Künstlerinnen und Künstler der Kunstwerkstatt intensiv mit der „Manta"-Skulptur beschäftigt. Entstanden sind fantasievolle Bilder, Collagen und kreative Interpretationen des Kunstwerks, die in einer kleinen Ausstellung rund um die Skulptur präsentiert wurden. Die farbenfrohen Werke zeigten eindrucksvoll, wie unterschiedlich Kinder Kunst wahrnehmen und weiterdenken und machte deutlich, wie inspirierend zeitgenössische Kunst gerade für junge Menschen sein kann.

Im Anschluss an das Programm in Bronnacker besuchte Stefan Rohrer die 775-Jahr-Feier der Gemeinde Rosenberg. Auch dort nahm er sich Zeit für Gespräche mit den Besucherinnen und Besuchern und beantwortete Fragen zu seiner Kunst, seiner Arbeitsweise und der Entstehung der „Manta"-Skulptur.

Stefan RohrerEin Bildhauer,
der Bewegung sichtbar macht

Stefan Rohrer (*1968 in Göppingen) lebt und arbeitet in Stuttgart und zählt zu den bedeutenden zeitgenössischen Bildhauern Baden-Württembergs. Bekannt wurde er durch seine spektakulären Skulpturen aus deformierten Fahrzeugen – insbesondere Autos, Motorrollern und Modellfahrzeugen. Mit ihnen setzt er sich auf eindrucksvolle Weise mit Geschwindigkeit, Bewegung, Technik und dem Mythos des Automobils auseinander.

Sein Weg begann zunächst im Handwerk: Nach einer Ausbildung und Meisterprüfung als Steinmetz studierte Rohrer Bildhauerei an der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle sowie an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart. Bis heute verbinden seine Arbeiten handwerkliche Präzision mit großer Experimentierfreude

Typisch für Rohrers Werke sind dynamische Linienführungen, starke Verformungen realer Fahrzeuge sowie eine außergewöhnliche technische Perfektion. Obwohl seine Skulpturen aus massivem Stahl bestehen, wirken sie überraschend leicht und vermitteln den Eindruck eingefrorener Bewegung.Der Nachmittag in Bronnacker zeigte eindrucksvoll, wie lebendig Kunstvermittlung sein kann. Durch die enge Zusammenarbeit von Stefan Rohrer und Johanna Huber mit der Kunstwerkstatt Bauland entstand ein Programm, das Begegnung, Kreativität und Kunstgenuss auf besondere Weise miteinander verband. Die Kombination aus Künstlergespräch, Mitmachaktionen und der Ausstellung der Kinderkunstwerke machte den Besuch zu einem unvergesslichen Erlebnis für Groß und Klein und unterstrich den Anspruch des Skulpturenradwegs, Kunst nicht nur zu zeigen, sondern Menschen jeden Alters dafür zu begeistern.

MantaDie Veranstaltung wurde vom Zweckverband Regionaler Industriepark Osterburken im Rahmen des Jubiläumsprogramms „20 Jahre Skulpturenradweg“ organisiert. Verantwortlich für die Konzeption und Koordination war Marlies Ebel-Walz, die das abwechslungsreiche Programm gemeinsam mit Stefan Rohrer und Johanna Huber entwickelte. Ziel war es, den Besucherinnen und Besuchern Kunst auf lebendige und niedrigschwellige Weise näherzubringen und insbesondere Kinder und Familien für die Kunst im öffentlichen Raum zu begeistern.

„Der direkte Austausch mit Künstlerinnen und Künstlern ist eine besondere Erfahrung – vor allem für Kinder. Wenn sie Fragen stellen, selbst kreativ werden und anschließend sogar ein signiertes Kunstwerk mit nach Hause nehmen können, bleibt Kunst nachhaltig in Erinnerung“, betont Marlies Ebel-Walz. „Genau diese Begegnungen möchten wir mit den Veranstaltungen zum 20-jährigen Jubiläum des Skulpturenradwegs ermöglichen.“

Bilder: Marlies Ebel-Walz

Besucherinnen und Besucher bei der Manta Skulptur