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Was aus den Kunststudenten von damals geworden ist

Adelsheim/Osterburken. Mit den Kunstwerken von 18 Kunststudenten der Kunsthochschulen in Karlsruhe, Nürnberg, Stuttgart und Halle (Saale) nahm der Skulpturenradweg vor 20 Jahren auf den Gemarkungen der RIO-Kommunen Osterburken, Seckach, Ravenstein, Rosenberg und Adelsheim seinen Anfang. Von der „längsten Galerie des Landes“ war bei seiner Eröffnung die Rede. Inzwischen ist die Freilichtausstellung auf 25 Kunstwerke gewachsen und erstreckt sich über 77 Kilometer. Die Stadt Buchen gehört seit 2019 mit zwei Werken dazu. Die Fränkischen Nachrichten haben versucht, mit den 18 Künstlern, die vor 20 Jahren ihre Werke zur Verfügung stellten, Kontakt aufzunehmen. Nicht alle Kontaktdaten konnten ermittelt werden. Manche Künstler reagierten auf die Anfrage nicht, eine Künstlerin ist gestorben. Sechs der ehemaligen Kunststudenten beantworteten die Fragen nach ihrem künstlerischen Werdegang.

Elisabeth Howey

Wo sie zurzeit lebt: Ich habe mein Atelier seit 20 Jahren in Leipzig und besitze seit zehn Jahren einen kleinen Vierseithof in Kriebitzsch (Altenburger Land).

Was sie künstlerisch macht: Ich arbeite als Bildhauerin: Installationen mit sehr verschiedenen Materialien und Skulpturenprojekte für den öffentlichen Raum, in Beton gegossen. Die Projekte im öffentlichen Raum entstehen oft in Kooperationen und als Kollektiv, zum Beispiel „nachbars garten“ (mit Enne Haehnle und Kay Zimmermann). Zeichnungen entstehen parallel zu den bildhauerischen Arbeiten.

Was ihr größter Erfolg seit 2006 war: Mein größter Erfolg ist die Einladung meiner Künstlerinnengruppe „[materialistin]“ für eine Ausstellung im Hamburger Bahnhof in der „Nationalgalerie der Gegenwart“. Die Vernissage ist am 2. Juli. Für die Kunst im öffentlichen Raum ist mein größter Erfolg der 1. Preis und die Realisierung im interdisziplinären Wettbewerb für das Julius-Kühn-Forum in Berlin-Dahlem, 2023.

Chillende Enten Glück unterwegs...

Andreas Blank

Wo er zurzeit lebt: Derzeit habe ich eine Werkstatt in Berlin und eine auf dem Land in Franken, wo ich lebe und arbeite.

Was er künstlerisch macht: Im Moment sind zwei Ausstellungen von mir zu sehen. Die Ausstellung „Real #1“ im „Contemporary Showroom Berlin“ und zwei Werke in der Ausstellung „American Pop Art“ in der Galerie „Art Affair“ in München.

Was sein größter Erfolg seit 2006 war: 2008 bin ich nach London gegangen, um am „Royal College of Art“ zu studieren. Dort wurde ich mit einigen Preisen ausgezeichnet. Die Skulpturen wurden zum Beispiel in Ausstellungen in der Deutschen Botschaft in London, im „Central Museum für zeitgenössische Kunst“ in Brüssel und in der Sammlung „Museum Basel-Land“, gezeigt. Einige Werke befinden sich auch in der Bundeskunstsammlung in Bonn. Ab nächstem Jahr wird eines meiner ältesten und wichtigsten Werke im Museum Ulm für einige Jahre in einer Dauerausstellung zu sehen sein.

Ohne Titel (Bank)

Daniel Beerstecher

Wo er zurzeit lebt: in Stuttgart.

Was er künstlerisch macht: Ich bin immer noch künstlerisch tätig, aber in dem Feld Videokunst, Aktionskunst und Performance.

Was sein größter Erfolg seit 2006 war: Mit einem Segelboot auf der Straße durch Patagonien zu segeln, einen Marathon mit einer Geschwindigkeit von 120 Metern pro Stunde in 60 Tagen zu laufen und nun ein Jahr lang im Schweigen unterwegs zu sein.

Retrograde Umgestaltung

Elisabeth Tirler

Wo sie zurzeit lebt: Momentan lebe ich in Plochingen, wo ich auch mein Atelier im Kulturpark Dettinger habe.

Was sie künstlerisch macht: Nach wie vor arbeite ich an meinen Stahlplastiken in großem, mittlerem und kleinem Format sowie an Skulpturenprojekten im öffentlichen Raum. Ich stelle sehr viel aus, zum Beispiel auf Kunstmessen, in Museen, in städtischen Galerien, in Kunstvereinen beziehungsweise auch auf Skulpturenwegen. Dieses Jahr befinden sich auf der Landesgartenschau in Ellwangen Arbeiten und auch im Kunstverein in Aalen sowie bei der Galerie Schlichtenmaier und im Museum Ritter, um nur einige zu nennen.

Was ihr größter Erfolg seit 2006 war: 2007 Baden-Württemberg-Stipendium in San Francisco (USA), 2009 Gerlinde-Beck-Preis für Skulptur, 2008 bis 2013 Atelierstipendien der Stadt Nürtingen und des Landkreises Esslingen, 2024 Scultura Kunstpreis der Kuberas-Stiftung, 2025 Stadtkünstlerin in Spaichingen.

Waldstück

Ilka Raupach, geborene Berndt

Wo sie zurzeit lebt: Ich lebe und arbeite in Caputh und Wismar.

Was sie künstlerisch macht: Nach einer Ausbildung zur Elfenbeinschnitzerin und Meisterin in Michelstadt sowie Uummannaq und Ilulissat, Grönland, studierte ich Kunst und Freie Bildhauerei an der „Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle“ und an der Kunstakademie in Bergen, Norwegen. Seit 2023 bin ich Professorin an der Hochschule Wismar, Fakultät Gestaltung. In meinem vielgestaltigen Werk erkunde ich mit Neugierde und Offenheit diverse Kultur- und Naturräume und versuche, Strukturen unseres Zusammenlebens zu erkennen und sichtbar zu machen. Besonders die mit Eis und Schnee bedeckten Länder und der brasilianische Regenwald versetzen mich in Staunen und sind Inspiration zugleich.

Was ihr größter Erfolg seit 2006 war: Die durch zahlreiche Ausstellungen, Preise, Residenzen und Publikationen ausgewiesene und international tätige Künstlerin hat unter anderem 2014 an „The Arctic Circle, Art and Science Expedition“, Svalbard, 2015 an „Artist in Residence“ des „Acaia Institut“, São Paulo, Brasilien, und 2022 an „Labverde Residence“, Amazonas, Brasilien, teilgenommen. 2022 erhielt ich eine Reiseförderung von ifa (Institut für Auslandsbeziehungen), ein Arbeitsstipendium von „Neustart Kultur“ der „Stiftung Kunstfonds“, den Brandenburgischen Kunstpreis und 2023 den ILB-Kunstpreis der Investitionsbank des Landes Brandenburg.

Wechselwild

Kestutis Svirnelis

Wo er zurzeit lebt: in Stuttgart.

Was er künstlerisch macht: Ich bin wie zuvor Bildhauer.

Was sein größter Erfolg seit 2006 war: Ich bin weiter als Künstler tätig und mache Ausstellungen in Deutschland und international.

Ohne Titel (Bronzeriegel)

Aus Anlass seines 20-jährigen Bestehens informieren die Verantwortlichen über den Skulpturenradweg mit Ständen und geführten Radtouren auf folgenden Festen: am 20. Juni beim Vorsommerfest in Buchen, am 11. Juli beim „Kiliani Sommer“ in Osterburken, am 25. Juli auf dem Dorfplatz Rosenberg im Rahmen des Jubiläums und am 1. August beim Sennfelder Dorffest.

Quelle: FN, Martin Bernhard hier finden Sie den vollständigen Bericht mit Bildern.