Skulpturen

Nach Gemeinden:

Kunst in der Natur

Noch dazu Werke, auf die man sich auf den ersten Blick vielleicht keinen Reim machen kann oder die gar Abwehrreaktionen auslösen

Ausgrabung - Skulpturenradweg | Skulpturen am Radweg - Kunst in der Landschaft

AUSGRABUNG

Skulptur von Shinroku Shimokawa

Der überdimensionale Granitstein von 10-12 Tonnen ist bis zur Hälfte in der Erde begraben. Die Form des Steins unterscheidet sich von einem Findling.
Er wird vom Künstler bearbeitet, folgt jedoch keiner figürlichen Form, sondern weist lediglich Spuren einer menschlichen Bearbeitung auf.

In unmittelbarer Nähe zum Stein befindet sich ein Werkzeugstand, in dem Schaufeln, Spaten und Bürsten aufbewahrt werden. Der Besucher kann mit diesen Werkzeugen die Ausgrabung weiter fortführen und einen Teil der Skulptur nach und nach freilegen. Es handelt sich um keine Ausgrabung zu Forschungszwecken, sondern um eine „lustvolle Suche nach dem Verborgenen“. Das Ziel ist der Prozess, die Partizipation des Besuchers, und dessen Vorstellungskraft anzuregen. Dass der Betrachter dabei tatsächlich selbst aktiv wird, ist nicht zwingend notwendig. Es kommt Shimokawa vielmehr auf den gedanklichen Prozess des Betrachters an: der Ausgrabungsprozess kann auch nur gedanklich fortgeführt werden. So wird der Betrachter Teil der künstlerischen Arbeit, er partizipiert an ihrer Veränderung und bestimmt das Kunstwerk so ein Stück weit selbst mit. Er wird Teil der Skulptur.

Shimokawa macht in vielen seiner Werke das Zusammenwirken von Aufbau und fertigem Werk sichtbar.

Interessant ist es hier, wieder zum anfangs beschriebenen Gedanken der typischen Nutzung des Materials Steins zurückzukommen: Der Mensch verwendet ihn zum Hausbau, zum Bau von Straßen oder Brücken; doch die eigentliche Arbeit wird größtenteils von Maschinen erledigt. In Ausgrabung wird der Mensch (wieder) selbst aktiv, arbeitet mit den Händen und legt den Stein langsam und beharrlich mit Spaten und Schaufel frei.