Skulpturen

Nach Gemeinden:

Kunst in der Natur

Noch dazu Werke, auf die man sich auf den ersten Blick vielleicht keinen Reim machen kann oder die gar Abwehrreaktionen auslösen

Ohne Titel (Bank) - Skulpturenradweg | Skulpturen am Radweg - Kunst in der Landschaft

OHNE TITEL (BANK)

Skulptur von Andreas Blank

Eine surreale Szene schafft der Bildhauer Andreas Blank mit einem sechs Meter langen Arrangement. Zwei aus hellem Quarzit gesägte Bänke und ein Koffer aus schwarzem Basalt sind korrespondierend angeordnet.

Den Radfahrer werden die Bänke sicherlich zur kurzen Rast einladen, der herrenlose Koffer hingegen wirft Fragen auf. Sitzbänke und Koffer rufen Assoziationen des Reisens und des Wartens hervor. Mit der Wahl des Standortes nahe der Eisenbahnlinie, die in die Ferne oder in die Fremde führt, verstärkt der Künstler diesen Eindruck. Wann mag der Zug eintreffen, wo mag er hinführen, wessen Habseligkeiten stehen hier?

Der Koffer ist Hinweis auf eine Präsenz, die längst nicht mehr da ist. Die Anwesenheit dessen, der sein Reisegepäck wie zufällig abgestellt oder vergessen zu haben scheint, ist nicht mehr nachvollziehbar. Man mag sich an Samuel Beckett´s Stück „Warten auf Godot“ erinnert fühlen, in dem das unaufhörliche Warten dargestellt wird, das Warten abseits oder außerhalb der Zeit.

Das in eigentümlichem Kontrast von Hell und Dunkel gestaltete Arrangement mag ebenso an die letzten Worte des Stückes von Beckett erinnern: „Gehen wir!“ Die darauf folgende Regieanweisung beschreibt das Verharren in Unbeweglichkeit: „Sie gehen nicht von der Stelle“.

Der Koffer lässt sich keinen Zentimeter bewegen und hat ganz entgegen seiner Bestimmung Wurzeln geschlagen. Die herankommende Eisenbahn fährt vorbei und wird Bestandteil der absurden Szenerie – das Warten erweist sich als vergeblich.